Als ich vor zwölf Jahren zum ersten Mal in der kleinen Trattoria „Il Gabbiano“ in Genua saß, war ich skeptisch. Auf der Tageskarte stand nur „Pollo al Limone – il nostro orgoglio“. Ich bestellte es, aß zwei Bissen – und war sofort versunken in diese samtige, zugleich spritzige Soße, die wie ein Sommersturm über der Zunge zog. Seit diesem Tag habe ich das Gericht auf jeder meiner Küchenstationen neu interpretiert, verfeinert und perfektioniert. Heute ist es mein Ruhepunkt nach langen Service-Wochen, mein Geschenk an Freunde, wenn sie Trost brauchen, und das erste Gericht, das ich meiner Tochter beibrachte, als sie sagte: „Papa, ich will kochen wie du.“ Für mich ist Chicken Piccata keine nüchterne Pfanne mit Hähnchen – es ist ein Stück Lebensfreude, das sich in 15 Minuten auf den Tisch zaubern lässt und trotzdem für immer bleibt.
Zutatenliste (für 2 große oder 3 normale Portionen)
Für das Hähnchen
2 große Hähnchenbrustfilets (ca. 300 g Stück), küchenfertig
30 g Parmesan, frisch gerieben
¼ Cup Arrowroot-Mehl (ca. 30 g)
1 TL Koscher-Salz
¼ TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1 EL ungesalzene Butter
2 EL natives Olivenöl extra
Für die Piccata-Soße
2 EL Kapern, abgetropft
½ Cup trockener Weißwein (oder Hühnerbrühe)
1 Cup kräftige Hühnerbrühe
3 EL frisch gepresster Zitronensaft (1 große Bio-Zitrone)
2 EL ungesalzene Butter, kalt würfelig
2 EL glatte Petersilie, grob gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
Schritt-für-Schritt Anleitung
Vorbereitung: Filets waagerecht halbieren, sodass 4 dünne Schnitzel entstehen. Zwischen Frischhaltefolie legen und mit dem flachen Handballen auf 6 mm Stärke gleichmäßig klopfen – das verhindert „Wulstbildung“ und verkürzt die Garzeit.
Panade mischen: Arrowroot, Parmesan, Salz und Pfeffer in einer flachen Schale verrühren. Fleisch trocken tupfen, beidseitig in der Mischung wenden – nur leicht andrücken, damit die Kruste später atmet.
Fett erhitzen: Große, beschichtete Pfanne auf mittlerer Stufe vorwärmen. Butter und Öl gleichzeitig hineingeben; sobald die Butter leise blubbert, aber noch nicht braunt, ist die Temperatur ideal.
Filets braten: Hähnchenteile einzeln in die Pfanne gleiten lassen. 3:30 Minuten erste Seite – bis die Ränder gold-knusprig sind. Wenden, weitere 2:30 Minuten garen. Herausnehmen, auf einem Gitter statt auf Teller ablegen – das hält die Kruste knusprig.
Fond ablöschen: Knoblauch hineingeben, 20 Sekunden rösten, Wein angießen. Mit Holzkelle die Bratenspuren lösen, reduzieren, bis nur noch etwa 2 EL Sirup bleiben.
Soße aufbauen: Brühe und Zitronensaft einrühren, 2 Minuten leise wallen. Kapern zugeben. Vom Herd ziehen, kalte Butterwürfel einzeln einklopfen – die Soße soll glänzen, nicht ölig schwimmen.
Finalisieren: Fleisch zurück in die Pfanne, mit einem Löffel Soße übergießen, 60 Sekunden ziehen lassen. Mit Petersilie bestreuen.
Servieren: Auf vorgewärmten Tellern angerichtet, dazu empfehle ich entweder bandnudeln (mit etwas Soße vermengt) oder simples Risotto alla Milanese – beides fängt die aromatische Sauce perfekt auf.
Variationen für jeden Geschmack
Vegetarisch / Vegan
Fischstäbchen 2.0: Große Räuchertofu-Blöcke in dünne Scheiben hobeln, wie oben panieren. Statt Butter verwende ich vegane Algenbutter; die Würze ersetze ich durch 1 TL weiße Miso-Paste, die ich in die vegane Brühe rühre. Ergebnis: pikant-leichte vegane Piccata, die selbst Italiener überzeugt.
Für Schärfe-Fans
Piccata Diavolo: ½ TL Calabreser Peperoni-Flakes bereits beim Knoblauch anschwitzen. Zusätzlich 1 EL eingelegte Peperoncini-Streifen mit den Kapern zugeben. Wer es richtig feurig mag, flambiert die Soße vor dem Finale mit 2 CL Limoncello – das hinterlässt eine bittersüße Schärfe, die fantastisch zu kaltem Lagerbier passt.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Kühl: Gekochte Chicken-Piccata-Reste luftdicht im Kühlschrank bis zu 2 Tage haltbar. Das Fleisch separat von der Soße aufzubewahren verhindert, dass die Panade weich wird.
Wiedererwärmen: In der Pfanne bei mittlerer Hitze, einen Schluck Hühnerbrühe oder Wasser zugeben, das Fleisch erst zum Schluss 1 Minute hineinwenden – so bleibt die Panade knusprig.
Kühlgefroren: Ich empfehle, das Fleisch vor dem Kombinieren mit der Soße einzufrieren. In Gefrierbeutel auspressen, dickflüssige Soße separat in Eiswürfelbehältern portionsweise einfrieren. Bis zu 2 Monate haltbar, nach dem Auftauen in der Pfanne wieder vereinen.
Fazit & FAQ
Chicken Piccata ist Italiens kulinarische Liebeserklärung an den Alltag: schnell, preiswert, spektakulär. Wer die drei Geheimnisse beherzigt, erhält ein Gericht, das in der Balance von Säure, Salz und Fett brilliert und trotzdem jeden Montagabend gelingen kann.
Häufige Fragen:
Kann ich statt Hähnchen auch Kalbsschnitzel verwenden?
Absolut – traditionell ist das Piccata al Limone in Italien sogar mit Kalb gedacht. Dann aber Backofen auf 80 °C vorheizen, Schnitzel nach dem Braten darin warmstellen; Kalbsfleisch trocknet schneller aus.
Meine Soße ist zu sauer – was tun?
1 Prise Zucker oder ½ TL Honig unterrühren. Alternativ 2 EL Kochsahne zugeben, das rundet und mildert.
Welcher Wein passt zur Piccata?
Ein kühler Pinot Grigio oder eine ungesüßte Vernaccia di San Gimignano. Beide haben genug Säure, um mit der Zitrone Schritt zu halten, ohne die delikaten Kapern zu übertünchen.
Kann ich das Gericht komplett ohne Alkohol zubereiten?
Ja – ersetzen Sie einfach den Wein durch zusätzliche Hühnerbrühe plus ½ TL weißen Balsamico, das liefert die nötige Komplexität.
Hähnchen-Piccata - Zitronenfrisch und Saftig
🕒 Vorb.15 min
🍳 Kochz.15 min
🔥 Kcal450 kcal
🍽 Menge2-3 Portionen
Ein schnelles und aromatisches Hähnchengericht mit einer zitronigen Buttersauce, Kapern und Parmesan. Perfekt für ein besonderes Abendessen unter der Woche.
Zutaten
2 große Hähnchenbrustfilets (ca. 300 g Stück), küchenfertig
30 g Parmesan, frisch gerieben
30 g Arrowroot-Mehl
1 TL Koscher-Salz
¼ TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
1 EL ungesalzene Butter (für das Hähnchen)
2 EL natives Olivenöl extra
2 EL Kapern, abgetropft
½ Cup trockener Weißwein (oder Hühnerbrühe)
1 Cup kräftige Hühnerbrühe
3 EL frisch gepresster Zitronensaft (1 große Bio-Zitrone)
2 EL ungesalzene Butter, kalt würfelig (für die Soße)
2 EL glatte Petersilie, grob gehackt
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
Zubereitung
Hähnchenbrustfilets waagerecht halbieren, sodass 4 dünne Schnitzel entstehen. Zwischen Frischhaltefolie legen und mit dem flachen Handballen auf 6 mm Stärke gleichmäßig klopfen.
Für die Panade Arrowroot, Parmesan, Salz und Pfeffer in einer flachen Schale verrühren. Fleisch trocken tupfen und beidseitig in der Mischung wenden.
Eine große, beschichtete Pfanne auf mittlerer Stufe vorwärmen. Butter und Öl gleichzeitig hineingeben. Sobald die Butter leise blubbert, aber noch nicht braunt, ist die Temperatur ideal.
Hähnchenteile einzeln in die Pfanne gleiten lassen. Auf der ersten Seite ca. 3:30 Minuten braten, bis die Ränder gold-knusprig sind. Wenden und weitere 2:30 Minuten garen. Herausnehmen und auf einem Gitter ablegen, damit die Kruste knusprig bleibt.
Knoblauch in die Pfanne geben und 20 Sekunden rösten. Mit Weißwein (oder Hühnerbrühe) ablöschen. Mit einer Holzkelle die Bratenspuren vom Pfannenboden lösen und die Flüssigkeit reduzieren lassen, bis nur noch etwa 2 EL Sirup übrig sind.
Hühnerbrühe und Zitronensaft einrühren und 2 Minuten leise köcheln lassen. Kapern zugeben.
Die Pfanne vom Herd ziehen. Kalte Butterwürfel einzeln unterrühren, bis die Soße glänzt und nicht ölig ist.
Das gebratene Hähnchenfleisch zurück in die Pfanne geben und mit der Soße übergießen. 60 Sekunden ziehen lassen. Mit gehackter Petersilie bestreuen.
Auf vorgewärmten Tellern servieren. Dazu passen Bandnudeln oder Risotto alla Milanese.